Schafehüten

"The true Border Collie combines good health, temperament, working ability, brains and beauty"

Balance, cast und power
Warum sind Border Collies beim Hüten zu solchen Höchstleistungen imstande und andere Hunderassen, auch andere Hütehunderassen, nicht mehr? (mit der möglichen Ausnahme der Kelpies)
Wenn man eine kurz gefaßte Antwort geben will, kann man sagen, daß sie drei angeborene Eigenschaften haben, die man einem Hund, der sie nicht mitbringt, nie richtig antrainieren kann: Balance, Cast und Power
Balance ist die angeborene Begabung, zu spüren, wohin man sich bewegen muß, damit die Schafe sich in eine bestimmte Richtung weiterbewegen. Ein junger Border Collie übt zunächst einmal immer die Schafe zu seinem Schäfer zu treiben, das kann er ganz ohne Befehle, man muß nur den eher stürmischen jungen Border etwas auf die Geschwindigkeit achten.
Wenn der Hütehund dann besser wird, lernt er die Schafe von seinem Herrn wegzutreiben. Das soll möglichst in geraden Linien geschehen, wobei der Hund wieder sein Gespür für Balance einsetzen muß, um vorauszuahnen, wohin die Schafe von selber gehen würden. Manchmal, zum Beispiel wenn man die Herde an einer Fütterstelle oder am Stall vorbeitreibt, ist der Point of Balance, um die Schafe auf einer geraden Linie zu halten, gar nicht hinter der Herde sondern seitlich, um die Verlockung zu blockieren!
lightspeed-schafe002014.jpg
Unter Power ist der unerschöpfliche Wille zusammengefaßt, den Schafen den eigenen Willen aufzuzwingen. Ein Border Collie will auch noch Schafe bewegen, wenn sie sich widersetzen, wenn es schüttet oder stürmt, wenn er schon seit Stunden arbeitet und müde ist oder wenn nebenbei ein anderer Hund Ball spielt.
Andere Hunderassen haben irgendwann genug von der Arbeit und lassen einen im Stich, wenn man sie am meisten braucht, nämlich wenn es schwierig wird!
Border Collies verwenden zum Bewegen der Schafe einen Stil, den man "Eye" nennt, ein raubtierartiges Anschleichen an die Schafe, das kaum ein Hund einer anderen Rasse beherrscht. Auch das "Eye" ist angeboren und resultiert aus der großen Konzentration und dem unerschütterlichen Willen der Borders, Schafe zu lenken.
our dogs
Ligtspeed litters
Lightspeed stud dogs
comments on training
herding
lightspeed-schafe002012.jpg
Power
Balance
Cast
Cast ist der angeborene Instinkt, die Herde zu umkreisen um sie zum Schäfer zurückzuholen. Ein Border Collie wird mit relativ wenig Training lernen können, einen so großen Bogen um die Schafe zu schlagen, daß sie sich der bedrohlichen Präsenz eines Raubtieres erst bewußt werden, wenn er hinter ihnen gelandet ist, sodaß sie sich in Richtung Schäfer in Bewegung setzen. Diesen Teil der Hütearbeit nennt man den Outrun und mit anderen Rassen sind mit viel Training vielleicht kleine Outruns möglich, aber kaum die schönen weiten Outruns über 500 Meter oder noch größere Distanzen, zu denen Border Collies imstande sind.
Hüten für Uneingeweihte
In Mitteleuropa ist der Gebrauch von Hütehunden bei weitem nicht so üblich wie auf den Britischen Inseln. Das sieht man allein schon an den Numerierungen der Border Collies. In Österreich haben wir erst etwas mehr als 2000 registrierte ÖCBH-Border Collies, während die heutzutage geborenen ISDS Border Collies (und das sind nur die "arbeitenden Border Collies" nicht die reinen Show-Border Collies, Nummern um die 300.000 tragen.
In vielen Kulturen war der Gebrauch von Hütehunden bei der Schafarbeit üblich, wobei man nicht die Hirtenhunde (Herdengebrauchshunde), die die Herde vor Wölfen und anderen Raubtieren schützen sollen, mit den Hütehunden (Koppelgebrauchshunde) verwechseln darf.
Während erstere riesige meist zottige Hunde sind, die oft dauernd mit der Herde mitgehen und sie selbständig beschützen, sind letztere leichte, schnelle Hunde von hoher Intelligenz und großer Trainierbarkeit. Sie werden vom Schäfer geschickt, um eine Herde vom Hügel herunter zur Inspektion, zum Scheren, Füttern oder sonstigen Pflegeaufgaben zu holen, um zu helfen, einzelne Tiere abzuspalten, die von den anderen getrennt werden sollen, oder um die Herde vom Hirten weg auf ein anderes Feld zu treiben.
Diese Verwendung hat Hunde geschaffen, die relativ unterschiedlich im Aussehen waren, aber etwa mittelgroß und athletisch gebaut, sehr schnell (um flüchtende Schafe zu überholen) sehr intelligent und willig (um Befehle aus riesigen Entfernungen zu befolgen) und mit dem angeborenen Bedürfnis und der Kraft, Schafen den eigenen Willen aufzuzwingen.
Die Bewerbe, bei denen Schäfer die Fähigkeiten ihrer Hunde vergleichen, sind eng an die tatsächliche Verwendung dieser Gebrauchshunde angelehnt und heißen Sheepdog Trials.
Innerhalb einer vorgegeben Zeit muß eine am Ende des Feldes stehende Herde Schafe vom Hund zum Schäfer gebracht, sodann durch eine Serie von Toren getrieben, und zuletzt einige markierte Schafe abgtrennt und in einen Pferch gesperrt werden.
Bis zum Trennen der Schafe arbeitet der Hund alleine, während der Schäfer einen Pfosten am Anfang des Feldes nicht verlassen darf. Erst beim Trennen und Einpferchen darf der Schäfer den Pfosten verlassen und mit dem Hund mitgehen.
lightspeed-schafe002011.jpg lightspeed-schafe002010.jpg lightspeed-schafe002009.jpg lightspeed-schafe002008.jpg
Zusammengefaßt kann man sagen, daß es gar nicht einfach ist, den perfekten Hütehund zu züchten, denn er muß optimalerweise alle Anlagen wie Power, Will-to-Please, Cast, Speed, Stops, Pacing, Sheep-Sense und Intelligenz in genau der richtigen Mischung vereinen:
lightspeed-schafe002004.jpg lightspeed-schafe002003.jpg lightspeed-schafe002002.jpg lightspeed-schafe002001.jpg
Es ist kein Zufall, daß aus einer Rasse, die über Jahrhunderte auf die richtige Mischung dieser Eigenschaften selektiert worden ist, die weltbeste Rasse für Hundesport, Tricks und Hunde-Intelligenzforschung geworden ist!